Infografiken sind unter Marketern ein beliebtes Format – unabhängig vom eigentlichen Ziel. Ob Backlinks oder Reichweite, eine gute Infografik hat das Potenzial beide Bedürfnisse zu stillen. In dieser kleinen Case-Study möchte ich eine Infografik-Kampagne vorstellen, die wir kürzlich durchgeführt haben.

Zielsetzung

Bei unserem Kunden handelt es sich um einen Online-Versandhändler für Smartphone-Cases aller gängigen Modelle. Die Zielsetzung lautete: Reichweite innerhalb der potenziellen Kundschaft steigern und Backlinks generieren. Die Neukunden sollten über eine Verbreitung der Infografik auf relevanten Websites erreicht werden.

Umsetzung & Seeding

Nach ausführlicher Recherche und mehrtägiger Produktionsphase entstand die Infografik “Nicht ohne mein Handy – Mobilfunkmarkt Deutschland und weltweit“. Diese behandelt die aktuellen Enwicklungen des mobilen Marktes sowohl in Deutschland, als auch weltweit und ist garniert mit einiges Fun-Facts. Nach der Veröffentlichung auf der Webseite des Kunden wurden zahlreiche Publisher kontaktiert.

Ergebnisse

Kommen wir zu den Resultaten der Kampagne. Reaktionen, Verlinkungen, Erwähnungen, Tweets etc. gab es u.a. von folgenden Medien und Influencern. Diese Liste hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es sind die Erwähnungen, die sich mit den üblichen Methoden und Tools ca. 4 Wochen nach dem initialen Seeding finden liessen.

Webseiten

Placements Case Study

Es gab insgesamt 19 Links:

Social Media

Twitter ist traditionell ein sehr dankbares Medium für Infografik-Verbreitung. Nicht selten habe ich den letzten Jahren Infografiken erlebt, die hunderte Male geteilt und retweeted wurden. Bei unserer Kampagne hier gab es Reaktionen u.a. von folgenden Influencern:

Retweets u.a. von:

Auch auf Google+ gab es Reaktionen: So berichtete z.B. das Google Magazin über die Infografik.

Auswertung

Wieviel sind nun all diese Verlinkungen und Reaktionen wert? Kann man einen klassischen ROI (Return of Investment) bei einer Infografik-Kampagne berechnen? Versuchen wir es doch mal:

Linkgegenwert

Vorab: Linkkauf verstösst gegen die Richtlinien von Google, deshalb betrachten wir die folgende Berechnung als rein hypothetisch.

Wir haben 19 Links aquiriert, zum Teil auf sehr reichweitenstarken Portalen. Legt man hier einen Mittelwert von 500EUR pro Link zugrunde (z.B. für einen Advertorial oder Gastartikel), lägen wir bei knapp 10.000EUR, die man für Links dieser Qualität ausgeben müsste.

Erfahrungsgemäss kommen im Laufe der Zeit weitere Links hinzu, so dass man bei dieser Infografik nach einem Jahr mit 25 Verlinkungen rechnen kann.

Rankings

Diese Menge an hochqualitativen Links wirkt sich natürlich mitelfristig auf die Rankings der Seite aus. Die Rankings dürften schon bald steigen, eine kluge interne Verlinkung der Infografik-Landingpage vorausgesetzt. Für unsere Berechnung nehmen wir hier geschätzte 100 zusätzliche Besucher pro Monat, die wir durch die gestiegenen Rankings dauerhaft über die organische Google-Suche erhalten.

Traffic

Stapeln wir tief und nehmen an, dass aus jeder der Platzierungen auf unseren 20 Webseiten 30 Besucher kommen werden. Das wären insgesamt 600 Besucher. Über die Social-Mentions, Tweets und Retweets kommen in den ersten 6 Monaten ab Release weitere 400 Besucher.

Das sind natürlich alles fiktive Zahlen, die allerdings aus meiner Erfahrung schon sehr nahe an die Realität kommen.

Rechnen wir das alles jetzt mal zusammen und in einen monetären Wert um. Dafür nehmen wir einen durchschnittlichen Adwords-CPC im Mobile-Bereich von 1,50EUR und berechnen die Auswirkungen auf 6 Monate ab Seeding:

  • Organischer Traffic durch bessere Rankings: 100 Besucher x 6 = 600 Besucher x 1,50EUR = 900EUR
  • Traffic aus Links: 600 Besucher x 1,50EUR = 900EUR
  • Traffic aus Social Media: 400 Besucher x 1,50EUR = 600EUR

Um diese 1600 Besucher über Adwords einzukaufen, müssten wir also 2.400EUR investieren. Je nach Branche und CPC der wichtigsten Keywords wird man hier möglicherweise auf viel höhere Zahlen kommen.

Ausser dem reinen Traffic, gibt es natürlich einige weitere Nutzen einer Infografik-Kampagne:

  1. Positive Brandingeffekte
  2. Aufbau von Reputation auf branchennahen Portalen – begünstigt zukünftige Content-Platzierungen
  3. Ein wiederverwendbares Asset im Portfolio – Eine Infografik ist eine tolle Contentvariante, die wiederholt für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden kann.

Kommentare

Nicht wirklich eine “harte” KPI, dennoch immer wieder interessant, die Lesermeinungen durchzugehen und auszuwerten. Ein paar Beispiele:

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Kosten

Wieviel kostet eine Infografik-Kampagne? Das Pricing hängt vom Leistungsumfang ab: Es gibt Kunden, die möchten Infografiken nutzen, haben aber keine Ideen, zu welchem Thema, bzw. was im Netz „funktionieren“ könnte. Wenn wir die kreative Konzeption, die Datenrecherche, das Design und das Seeding für die Kunden übernehmen, ist das selbstverständlich teurer, als wenn der Kunde Idee und Daten liefert, wir das Design umsetzen und der Kunde sich wieder um das Seeding kümmert. Ausserdem hängt der Preis auch von der Menge der zu verarbeitenden Daten ab. Eine Infografik, die 10 verschieden Datensätze abhandelt kostet natürlich weniger als eine mit 50 Datensätzen.

Grundsätzlich gibt es keine Pauschalpreise von der Stange. Wir kalkulieren für jede Infografik ein individuelles Angebot. Aber als grobe Orientierung: es geht schon bei etwa 600 Euro los!

Den Ablauf einer kompletten Infografik-Kampagne habe ich in dieser Infografik zusammengefasst.

Fazit

Die ROI-Kalkulation ist zugegeben einfach, aber dennoch realistisch. Gut durchdachte und gemachte Infografiken sorgen regelmässig für einen hohen, positiven Return Of Investment. Aber Vorsicht: machen Sie nicht den Fehler und versuchen, eine Infografik-Kampagne in Eigenregie auf die Beine zu stellen. Der Markt ist bereits heute schon voll mit Eigenproduktionen, die so gut wie keine Chance haben, von namhaften Influencern weiterverbreitet zu werden.

Beauftragen Sie lieber jemanden, der sich damit auskennt 😉

 

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