Das Erstellen einer Infografik ist zeit- und kostenintensiv, unabhängig davon, ob sie in Eigenregie oder durch eine Infografik Agentur erstellt wird. Ist es überhaupt die Mühe wert? In diesem Beitrag fasse ich in ein paar Punkten zusammen, warum es sich heutzutage ganz besonders lohnt, Infografiken als Content-Marketing-Vehikel einzusetzen und wie Ihr Unternehmen von visuellen Inhalten profitieren kann.

Aus der Menge herausragen

Jeden Tag warten auf uns enorme Mengen neuer Informationen, um von uns gelesen, gehört oder zumindest nebenbei gestreamt zu werden. Die Datenmenge wurde kürzlich sogar (mehr oder weniger genau) errechnet: Sie entspricht dem Inhalt von etwa 174 Tageszeitungen – und das Tag für Tag! Verglichen mit Jahr 1986 haben wir es heute mit der fünffachen Datenmenge zu tun.

Eine Infografik sticht aus dieser Menge immer heraus und hebt sich so wohltuend von den üblichen, endlosen Texten ab. Ihre Message wird dadurch besser wahrgenommen.

Eindruck hinterlassen

Microsoft hat vor gar nicht so langer Zeit eine Untersuchung durchgeführt. Das Ziel: die Dauer der Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen Internet-Nutzers herausfinden. Das Ergebnis:

10 Sekunden

Sie haben genau 10 Sekunden Zeit, die Aufmerksamkeit des Besuchers auf Ihr Wertversprechen zu lenken. Gelingt es, binden Sie ihn für weitere 2-3 Minuten auf der Webseite. Gelingt es nicht, ist er (vielleicht für immer) weg.

Aufmerksamkeitsspanne - Elevator Pitch Infografik

Woran erinnert uns das? An den berühmten Elevator Pitch.

Hinzu kommt: 55% der Webseiten-Besucher verbringen weniger als 15 Sekunden auf einer Webseite:

 

Besuchsdauer einer Webseite

Wie ist die obige Grafik zu lesen? Die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Webseite verlassen wird gilt pro Sekunde. Das bedeutet, dass in der ersten Sekunde 5% der Besucher die Seite verlassen, in der 2. Sekunde weitere 4,8%, etc. Somit sind es kumuliert 55% in den ersten 15 Sekunden. Wer mehr zu der Studie erfahren möchte, kann es bei der Nielsen Norman Group tun.

Ladegeschwindigkeit? Kein Problem mehr

Menschen wollen Inhalte aus dem Internet ohne quälende Wartezeiten konsumieren. Glücklicherweise surfen wir heute mit Breitband-Geschwindigkeiten, von denen man vor 20 Jahren nur träumen konnte.

Bevor es jedoch Breitband-Internet gab, waren 56k-Verbindungen das höchste der Gefühle. Deshalb hat man für die damaligen Webseiten meistens nur reinen Text und HTML verwendet.

Heute beträgt die weltweite durchschnittliche Verbindungsgeschwindigkeit 22 MB/s und ca. 11,3MB/s mobil.

Downloadgeschwindigkeit früher und heute - Infografik

Die technologische Entwicklung hat somit den Weg frei gemacht für aufwendigere Inhaltsformate – wie zum Beispiel Infografiken. Der letzte verbliebene Flaschenhals in der Informationsverarbeitung ist die Kapazität unseres Gehirns.

Informationen direkt ins Hirn

Die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg hatte einen immensen Einfluss auf die Lese- und Schreibfähigkeiten der Menschen. Auch wenn es unglaublich klingt: Es ist noch keine 600 Jahre her, als im 15. Jahrhundert das erste Buch – die Gutenberg-Bibel – hergestellt worden ist.

Bild verstehen - Text lesen

Die ältesten Bilder hingegen sind 300 Millionen Jahre alt, sei es als prähistorische Wandmalereien oder einfache Papyrus-Zeichnungen. Somit hat das Verstehen von bildlichen Darstellungen einen riesigen, evolutorischen Vorteil. Der Mensch versteht Bilder einfach schneller als Text, weil er evolutionsbedingt darin viel geübter ist, als mit dem Lesen von Texten.

Effektive und schnelle Wissensvermittlung

Verkehrszeichen müssen alle notwendigen Informationen in möglichst kurzer Zeit vermitteln. Würde man sich während der Fahrt auf Texte konzentrieren müssen, müsste wohl überall Schritttempo als Höchstgeschwindigkeit eingeführt werden.

Text vs Verkehrszeichen

Um den Text auf der linken Seite zu lesen benötigen wir mindestens 5 Sekunden, um das rechte Bild zu verstehen hingegen nicht mal 1 Sekunde. Warum?

Unser Gehirn verarbeitet Informationen unterschiedlich, je nach dem wie sie vorliegen. Ein geschriebener Satz besteht aus einer Ansammlung von Symbolen, die erst dann Sinn ergeben, wenn sie miteinander kombiniert werden.

Eine Grafik dagegen besteht aus nur einem einzigen Symbol, das jedermann schnell begreifen kann.

Informationsverständnis verbessern

In einer bereits im Jahr 1982 durchgeführten Studie “Effects of Illustration” fanden Wissenschaftler des Educational Technology Research and Development Journal heraus, daß das Informationsverständnis von 70% auf 95% steigt, wenn im Lehrmaterial Bilder oder Illustrationen verwendet werden.

Unterschiede Informationsverständnis

Bei einem Test mit über 1000 Probanden erzielte die Gruppe, die den Text mit Illustrationen zu sehen bekam, 323% bessere Ergebnisse als die Nur-Text-Gruppe.

Engagement erhöhen

Für Suchmaschinen wie Google spielen User-Signale inzwischen eine sehr wichtige Rolle. Dabei ist die Verweildauer besonders interessant, daraus schliessen die Suchalgorithmen, wie gut eine Webseite die Suchanfrage beantwortet.

Je länger die Verweildauer, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer mit dem Ergebnis zufrieden war. Das belohnt die Suchmaschine, indem sie eine solche Webseite zu diesem Suchbegriff weiter oben platziert.

Verweildauer durch IllustrationLaut einer Studie von Curata verlängert eine einzige Illustration die Verweildauer um 47% im Vergleich zur gleichen Webseite mit reinen Textinformationen.

Reichweite steigern

Visuelle Inhalte sorgen sowohl auf Twitter als auch auf Facebook für wesentlich stärkere Interaktion. Twitter hat im Jahr 2014 Forschungsergebnisse veröffentlicht, die auf der Analyse von über 2 Millionen Tweets basieren.

Ihren Erkenntnissen zufolge führte die Verwendung von bildbasierten Inhalten zu einer erheblichen Zunahme von Retweets. Die effektivsten Content-Arten waren der Untersuchung zufolge Grafiken (35% mehr Retweets) und Videos (28% mehr Retweets).

Erfolgreichsten Content-Arten auf Twitter

Eine andere Studie durchgeführt vom Social-Media-Institut Social Bakers zeigte, dass Grafiken und Bilder für 87% der Interaktionen auf Facebook sorgten. Weit abgeschlagen folgten Beiträge mit Links mit 4% und Videos mit 3%.

Content-Arten auf Facebook mit den meisten Interaktionen

Autorität und Kundenbindung

Durch gut gemachte, ansprechende visuelle Inhalte werden potenzielle Kunden nicht nur auf eine Marke aufmerksam, sondern kommen immer wieder zurück, um sich über neueste Trends auf Ihrem Gebiet zu informieren. Infografiken helfen Ihnen dabei, zur Autorität in der Branche zu werden.

Infografiken können so ihren Teil zur Kundenzufriedenheit und Kundenbindung beitragen. Beispielsweise indem Kunden zusätzliche Informationen rund um das gekaufte Produkt angeboten werden. Dies können Case Studies und Anwendungsbeispiele, Geschichten rund um das Produkt, Ideen für dessen kreative Verwendung, Branchennews oder Tutorials sein. Käufer freuen sich vielleicht über Rezepte zur neuen Küchenmaschine, passende Einrichtungsideen, technische Erklärungen oder Prozessabläufe.

Der Einsatz von Infografiken ist im hohen Maße zukunftsbewusst, da durch die Veröffentlichung langfristig Vertrauen aufgebaut wird.

Starke Verlinkungen generieren

Infografiken werden regelmässig von Medien aufgegriffen, veröffentlicht und verlinkt. Die so entstandenen Links stärken die eigene Webseite und sorgen auch noch Jahre später für interessierte Besucher und Leads.

Eine kleine Übersicht unserer Infografiken in den Medien finden Sie hier.

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